Carl-Schomburg-Schule Kassel

Kooperative Gesamtschule ∙ Ganztagsschule ∙ Kulturschule

20130515 Schueleraustausch FrankreichAm Mittwoch den 15.Mai war es wieder so weit. 40 Schülerinnen und Schüler dreier Schulen (Gaz Gudensberg, DBS Felsberg und CSS Kassel) aus den 7. - 9. Klassen fuhren zum Schüleraustausch nach Dreux/Vernouillet in Frankreich ...

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Den ersten kulturellen Schock gab es schon beim Verlassen des Busses am Collège in Vernouillet. In Frankreich gibt man sich zur Begrüßung nicht die Hand, „on se donne des bises“ (man gibt sich Küsschen). Nach einer kurzen Begrüßung durch die französischen Lehrer ging es dann für die Teilnehmer in die Familien zum ersten Abendessen. Schon hier mussten viele feststellen, dass man in Frankreich teilweise ganz anders isst: „Es war komisch, dass die Franzosen so viel Käse gegessen haben.“, „dass es morgens keine Tassen zum Kaffee trinken gab, sondern nur so große Schüsselchen“ und dass hier eindeutig ein für uns selbstverständliches Küchengerät fehlte: „Meine Familie hätte unbedingt einen Toaster benötigt“, schilderten drei Schülerinnen nach der Fahrt. Auch die zu ihren Gewohnheiten unterschiedlichen Essenszeiten bzw. auch die Zeit die ein Essen durch die vielen Gänge in Frankreich in Anspruch nehmen konnte, waren neue Eindrücke, welche die SuS im Laufe der zehn Tage gesammelt haben.

Das Programm des Austausches beinhaltete, neben vielen Ausflügen, auch die Teilnahme am Unterricht im französischen Schulsystem. Das Fazit für fast alle SuS war, dass sie echt froh sind, in Deutschland in die Schule gehen zu dürfen. So verglichen viele die Schulgebäude von ihrem Äußeren mit Gefängnissen, zumal mit Beginn des Unterrichts auch das große Schulportal geschlossen wird und SuS die zu spät kamen erst einmal eine Standpauke vom pädagogischen Leiter der Schule zu erwarten hatten. Auch „die Lehrer sind hier viel strenger und man darf im Unterricht keine Späße machen, denn sonst fliegt man gleich raus!“, fasste ein Schüler nach seinem ersten Schultag zusammen.

Als Highlights waren aber wie jedes Jahr die Ausflüge in das Umland der Austauschstädte. Allen voran stand da die Tagesfahrt nach Paris für die SuS im Vordergrund. Einzig das schlechte Wetter löste gerade bei denen Wermutstropfen aus, die Frankreichs Hauptstadt schon im Vorjahr bei strahlendstem Sonnenschein erleben durften. Aber auch das Wetter vermochte es nicht den SuS die Lust an der Besteigung des Eiffelturms zu Fuß und der Möglichkeit am Champs Elysées shoppen zu können zu nehmen.

Neben den kulturellen Erfahrungen, die die SuS machen sollen, ist ein elementares Ziel des Austausches aber auch die Verbesserung der sprachlichen Kompetenzen. Durch die Aufregung zu Beginn hatten einige sogar ganze Sprachblockaden und konnten sich an kein einziges Wort mehr erinnern. Als Hilfe für die SuS im Familienalltag Alltag hatte eine Lehrerin den SuS noch eine Vokabelliste mitgegeben. Einige Vokabeln (siehe Überschrift) dieser Liste sorgten im Dialog mit den Partnern für große Belustigung und förderten den kommunikativen Austausch. Nach kürzester Zeit legten sich dann aber auch alle Blockaden, sodass eigentlich alle SuS im Nachhinein sagen können, dass sie auch sprachlich enorm von der Fahrt profitieren konnten. Wenn der Austausch alleine schon dafür sorgt, dass die SuS nur ein wenig mehr Spaß an der französischen Sprache gewinnen und auch Vorurteile gegenüber dem „Anderen“ abgebaut werden können, dann ist es aus Sicht des Fremdsprachenlehrers ein großer Erfolg. So zog nach der Fahrt eine Schülerin für sich das persönliche Fazit: „... ich habe mich in vielen Punkten getäuscht, ich könnte hier leben“. Wenn sich dann auch noch die Austauschpartner so gut verstehen, dass zur Verabschiedung am Bus Tränen fließen und man sich verspricht, dass man sich auf jeden Fall wieder sieht (vielleicht im kommenden Jahr beim Austausch?!) dann hat man auch neue Freunde gefunden und eine Erfahrung gemacht, die man hoffentlich nie vergisst.

20130515 Schueleraustausch Frankreich