Carl-Schomburg-Schule Kassel

Kooperative Gesamtschule ∙ Ganztagsschule ∙ Kulturschule

Samantha: "Tagsüber war es ja ganz o.k.-es hat sogar Spaß gemacht - aber in der Nacht?" Und Lina ergänzt:  "Ich musste im Keller schlafen, weil meine Eltern Ruhe haben wollten".

Um was es hier geht? 

Vom 25.01. bis 27.01.2016 führte die AKGG mit  Schülerinnen und Schülern der  Klasse 9a das Projekt "Baby, was nun?" durch.  An den drei Tagen fand jeweils in der Zeit von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr eine Beratung  zu  Thema "Schwangerschaft  bei Jugendlichen" statt.  Neben Informationen zur Verhütung, zu allgemeinen Fragen der Sexualität  und zum  Umgang mit Schwangerschaft gab es eine Einführung in die Aktion  "Babypuppe". Ab 13 Uhr bekamen dann die Schülerinnen und Schüler die "Babypuppen" mit nach Hause und hatten dort die "typischen Aufgaben"   zu erfüllen;  wickeln, füttern, trösten und Streicheleinheiten verteilen. 

Von den sehr naturgetreu gestalteten Puppen waren einige  "auf Krawall gebürstet", wie Nora etwas gestresst sagte. Ihr "Baby" brüllte in der Nacht jede Stunde, sodass sie gar keinen Schlaf fand und am nächsten Morgen entsprechend müde zur Schule kam.

Celine wurde auf der Straße "dumm angemacht" weil sie in einem so jungen Alter schon ein Kind hat, Lina musste ihr Kind im Supermarkt auf der Kühltruhe wickeln und zu Hause wurde sie für die Nacht mit dem Kind in den "Keller" verbannt,  Nurullah wurde der "Kindesentführung" bezichtigt und  Esra schreibt:

Wir sind mit unseren "Kindern" spazieren gegangen, erstes Ziel Baby Walz.  Alle im Laden haben uns komisch angesehen und auf dem Weg hat uns ein Afghane angesprochen. "Ihr seid noch viel zu jung für Kinder!!!", sagte er zu uns. Er war echt geschockt!  Auf dem Heimweg ist eine alte Frau neben uns stehengeblieben und wollte die Babys streicheln.  Sie meinte, dass wir eigentlich noch zu jung wären für ein Kind. Als sie sah, dass die Babys nicht echt waren war sie erleichtert, weil sie Mitleid mit uns hatte.

Die Mehrzahl der am Projekt beteiligten  Schülerinnen und Schülerinnen waren angetan vom dem Projekt und haben zum Teil ihre Zukunftspläne bezüglich Kind  überdacht (Ein Kind zu haben  ist toll aber erst, wenn man sich reif dafür fühlt und  die vielfältigen Aufgaben die ein Kind erfordert  auch erfüllen kann).

Sie  können das Projekt  - auch aufgrund ihrer Erfahrungen -  unbedingt weiterempfehlen. 

 

Dass es den beiden Mitarbeiterinnen  der AKGG, Frau Fromm und Frau Rojas-Ravello  gelang, eine sehr freundliche  und vertrauensvolle  Atmosphäre herzustellen, hat nicht unwesentlich zum Gelingen des Projekts beigetragen.