Carl-Schomburg-Schule Kassel

Kooperative Gesamtschule ∙ Ganztagsschule ∙ Kulturschule

20120210 Babyprojekt 1Drei Tage lang, vom 08. bis zum 10.02.2012, nahmen Schüler aus der G 10A von Herrn Lück am Projekt Baby teil ...

Drei Tage lang, vom 08. bis zum 10.02.2012, nahmen Schüler aus der G 10A von Herrn Lück am Projekt Baby teil. An drei Schulvormittagen lernten sie von 9 bis 13 Uhr Dinge rund um das Thema Baby, während sie nach Schulschluss einen Eindruck bekommen konnten, wie es ist Mutter oder Vater zu sein. Dafür bekam jeder eine Baby-Puppe, die ein Baby simuliert.

Die 13 Schüler der Klasse wurden von Lilly und Nancy der AKGG betreut.

 

Tag 1:

Nach einer Vorstellungsrunde ging es erstmal um die Pläne, die die 15 bis 17-jährigen Schüler in ihrem Leben haben. Jeder bastelte seine persönliche Lebenslinie, in der er festhielt, was er in welchem Alter erreichen möchte.

Als nächstes sollten sie sich mal vorstellen, wie es wäre, tatsächlich heute Nachmittag zu erfahren, Mutter oder Vater zu werden. Mit wem würden sie darüber als erstes sprechen? Käme eine Abtreibung in Frage? Wer würde sie unterstützen?

In der Mittagszeit wurde dann besprochen, wie der Babysimulator funktioniert und was im Umgang mit der Puppe zu beachten ist.

Jeder Schüler bekam einen ID um den Arm. Wenn das Baby zu weinen anfängt, müssen sie mit dem ID über den Körper des Babys fahren. So wird garantiert, dass die Puppe immer in der Nähe der Schüler ist und sich niemand anderes darum kümmern kann. Nachdem der ID erkannt wird, hat man zwei Minuten Zeit herauszufinden, was das Baby braucht - mit der Flasche füttern, Windeln wechseln, Aufstoßen oder einfach nur gewiegt werden. Sobald es ein Lachen von sich gibt, ist das Baby wieder zufrieden. Wie bei einem echten Baby muss auch beachtet werden, den Kopf zu stützen und es nicht so lange auf dem Bauch liegen zu lassen. So etwas gilt später in der Auswertung als Misshandlung. An einer Puppe wurde zunächst ein Demo-Programm abgespielt, um alle Situationen kennen zu lernen.

Nachdem sich jeder eine Puppe ausgesucht hatte, ging es los mit dem Baby nach Hause.

 

Tag 2:

In der Schule angekommen, manche etwas verspätet aufgrund des Baby-Stresses, wurden die Babys in den Kindergarten geschickt. In diesem Fall wurden die Puppen einfach ausgeschaltet.

Erst einmal tauschten sich alle darüber aus, wie der vergangene Tag und die Nacht verlief. Das eine Baby hatte weniger geschrien, das andere mehr. Manche Schüler mussten bis zu alle zwei Stunden in der Nacht aufstehen, um es zu versorgen. Man muss bedenken, dass das Fläschchen-Geben auch bei diesem Baby 20 bis 25 Minuten dauert.

Am Vormittag sollte es um Stress, Elternschaft und Partnerschaft gehen. In einem Rollenspiel stellten die Schüler in kleinen Gruppen Stresssituationen dar und erzählten, wie sie persönlich Stress abbauen. Anschließend sollten sie sich in einer Liste von A - Z Gedanken machen, wie sie später als Eltern sein würden und was für Eltern sie sich selbst wünschen.

Beim Thema Partnerschaft malten sich die Mädchen ihren Traumtypen aus, während die Jungs über die perfekte Freundin nachdachten. Außerdem wurde darüber gesprochen, was in einer Beziehung wichtig ist und was gar nicht geht. Wieder ging es mit den Baby-Puppen nach Hause. Der zweite Nachmittag und die zweite, aber damit auch die letzte Nacht, standen bevor.

 

Tag 3:

Am Morgen fiel auf, dass die meisten sehr müde waren und gleichzeitig froh, dass Baby heute loszuwerden. Hauptsächlich ging es an diesem Vormittag um das Thema Verhütung. Wieder in Kleingruppen dachten sich die Schüler lustige Werbespots zu einzelnen Verhütungsmitteln aus. Ihr schauspielerisches Talent wurde auf jeden Fall deutlich. Danach konnte man noch verschiedene Verhütungsmittel betrachten und viele Fragen zum Thema stellen.

Zum Schluss gab es die Urkunden mit Baby-Foto. Dazu kam auch die Auswertung: In einer Prozentzahl wurde gezeigt, wie gut das Baby gepflegt wurde. Außerdem wurden die Zeiten aufgelistet, in denen das Baby nicht versorgt wurde und die Anzahl der Misshandlungen festgehalten.

Am Schluss bedankten sich die Schüler herzlich. Auch wenn es mit den Babys echt anstrengend sein konnte, hatten sie an diesen drei Tagen viel Spaß und haben einiges gelernt. Und in einem Punkt waren sie sich sicher: Ein Baby zu bekommen hat wirklich noch lange Zeit... (MW)

20120210 Babyprojekt Gruppenfoto