Carl-Schomburg-Schule Kassel

Kooperative Gesamtschule ∙ Ganztagsschule ∙ Kulturschule

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20120529 Educatio 5Theater-AG wird für ihr Stück "Educatio" mit Premiere am 29.5.2012 mit einem Förderpreis von 750,00 € bedacht ...

„Wenn einer glaubt, durch Casting schnell zu Geld und Ruhm kommt er, dann irrt sich der“. Das mussten sieben junge Frauen im aktuellen Theaterstück der Kasseler Carl-Schomburg-Schule schmerzlich erfahren. Was ein bisschen nach Tragödie klingt, hätte für die Zuschauer im Multifunktionsraum der Schule aber kaum witziger gestaltet werden können. In „Educatio. Die etwas andere Erziehungsshow“ rechnen 19 Theater-AG-Teilnehmerinnen aus den Klassen fünf bis zehn mit Lug und Trug des TV-Business ab und markieren dessen Gier nach Quote um jeden Preis.

Zu Beginn der Aufführung sitzen die sieben jungen Frauen, gespielt von Neun- und Zehnklässlerinnen, in einem Wartesaal. Sie haben sich für die Moderation der neuen Erziehungsshow „Educatio“ beworben und lauschen einer unsichtbaren Regiestimme, die nach und nach Aufgaben an die Bewerber verteilt. Die sind sich offenbar für nichts zu schade – das große Ziel, eine Fernsehkarriere bei einem Privatsender, fest im Blick. Und so werden die Zuschauer Zeugen, wie die Casting-Teilnehmer mehr oder weniger bereitwillig absurde und kindische Aufträge ausführen. Während die einen ein peinliches Aufwärmtraining gestalten, präsentieren andere eine schräge Gesangseinlage oder gar ein klassisches Gedicht. Sie bringen unter Anwendung mehr oder weniger strittiger pädagogischer Prinzipen eine Gruppe streitender Kinder zur Ruhe und moderieren völlig überzogene Fernseh-Einspieler an, die tatsächlich über eine Leinwand abgespielt werden. Spätestens als die Themen Drogen, Schwangerschaft und Assitum szenisch abgehandelt werden, fühlt sich der Theaterzuschauer an den Konsum von TV-Castingshows erinnert: Sich Fremdschämen und die Kandidaten herzhaft auslachen, während die sich kaum bewusst sind, nur Spielball der Quotenjäger zu sein.

Im Stück „Educatio“ setzt Erkenntnis erst ganz zum Schluss ein. Da wird nämlich deutlich, dass die Bewerber nur ausgenutzt wurden. Sie waren gar keine Casting-Teilnehmer, sondern wurden als Schauspieler für den Trailer der Show missbraucht. „Selten so verarscht worden“, bringt das eine Bewerberin auf den Punkt - stellvertretend für das gesamte Castingbusiness.

Am Ende hatten neben den Zuschauern im Multifunktionsraum und den jungen Schauspielerinnen auch noch zwei andere etwas zu lachen: Die AG-Leiter Jenne Tietjen und Eckhard Lück erhielten im Anschluss stellvertretend für die gesamte Gruppe einen Förderpreis des Wettbewerbs „Theater! Bevor Gewalt entsteht!“ vom Förderkreis Schule und Recht e.V. - eine Belohnung für die Arbeit am aufwendig zusammengeschusterten Stück mit zahlreichen Proben, produzierten Filmsequenzen und Interviewszenen. Das Preisgeld von 750 Euro soll in weitere Theaterprojekte fließen, damit auch in Zukunft an der Carl-Schomburg-Schule junge Schauspieler und humorvolle sozialkritische Stücke eine Bühne haben.

Von Julia Hohagen 29.05.2012

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